Rennbericht 2005/ 05 Anderstorp
Die Rennstrecke von Anderstorp wurde zu Zeiten des schwedischen Motorsportbooms bekannt. Diese Zeit ist verbunden mit Erinnerungen an Ronnie Peterson, der 1973 den ersten Großen Preis von Schweden im Lotus 72-Ford sogar gewonnen hätte. Ein Reifenschaden beendete den Traum vom Erfolg beim Heim-Grand-Prix. Sechs Formel-1-Rennen wurden insgesamt auf dem 160 Kilometer südöstlich von Göteborg gelegenen Kurs ausgetragen. 1978 fand der letzte schwedische Grand Prix statt. Niki Lauda gewann im Brabham-Alfa Romeo „Staubsauger“ (Fan-Car).
Mitte der 90er Jahre machte die FIA-GT-Serie zwei Mal Station, vor drei Jahren stattete die GT-Serie mit der Tourenwagen-Europameisterschaft einen Besuch. Jetzt steht der 1968 eingeweihte Scandinavian Raceway vor einem Umbruch. Es ist noch nicht sicher wie und ob es in Anderstorp weitergeht. „Die historischen Europameisterschaften beenden die Geschichte einer historischen Rennstrecke“, meinte Ronny G. Bredhauer, der Koordinator der FIA Europameisterschaften für historische Tourenwagen und GT.
Bo Warmenius (S) Lotus Elan | |
Rolf Nilsson (S) Lotus Elan |
Die Vorgänger der modernen FIA-GT-Meisterschaft und der FIA Tourenwagen Weltmeisterschaft, starteten zum ersten Mal auf der ehemaligen schwedischen Formel-1-Strecke. Insgesamt neun Lotus Elan-Fahrer bestimmten in der FIA-GTC’65 nicht nur zahlenmäßig die stärkste Gruppe in den zwei Rennen auf dem 4,025 km langen Kurs. Sie sorgten auch für packende Rennen und stellten in beiden Rennläufen den Sieger.
Im ersten Rennen behielt der Titelverteidiger Bo Warmenius (S) die Nase knapp vorn - vor seinem Landsmann Rolf Nilsson. Im zweiten Rennen bekam Warmenius ausgerechnet in seiner Heimat Probleme mit der Temperatur des Lotus-Vierzylinders und fiel bis auf den sechsten Platz in der Klasse zurück.
Wolfgang Schachinger (A) Chevrolet Corvette Sting Ray |
In der Klasse über 2500 ccm Hubraum behielt in beiden Rennen Wolfgang Schachinger (A) in seiner Chevrolet Corvette Sting Ray die Oberhand über dem Meisterschaftsführenden Hans-Jürgen Malsbenden (D) in seiner offenen Corvette. Im zweiten Rennen verpasste der Deutsche knapp den Sprung aufs Podium. Dr. Armin Zumtobel (A) konnte sich im Porsche 911 auf den dritten Platz vorschieben. Erwin Derichs führte zum ersten Mal in der FIA-GTC’65 seinen Jaguar E-Type aus und belegte jeweils die Plätze 10 und 11.
Leo Voyazides (GB) Ford Falcon |
Bei der FIA-TC’65 kam es zur Wiederholung des mitreißenden Zweikampfs zwischen Leo Voyazides/John Young (GB) im Ford Falcon und dem Titelverteidiger Dieter-Karl Anton (A) im Alfa Romeo GTA. Der Österreicher bestritt das Ein-Stunden-Rennen in der gewohnt kämpferischen Einzelfahrt und konnte mit dem schnellen Falcon der Briten mithalten.
Doch dann fiel der fünften Gang aus und der ehemalige österreichische Formel-2-Meister musste den Gesamtsieger ziehen lassen. Knapp verteidigte er jedoch den zweiten Gesamtplatz vor Nigel Vaulkhard/John Smirthwaite im Ford Mustang. Dieter-Karl-Anton konnte sich aber die Punkte für den Klassensieg sichern, weil Mikael Gustavsson (S) im Ford Lotus Cortina lange im Kiesbett feststeckte und Gunnar Turebrand mit Bo Warmenius unter technischen Problemen litten. Das Ex-Meister-Team sicherte sich immerhin die schnellste Rennrunde auf ihrer Heimstrecke.
Niklas Johansson (S) BMC Mini Cooper S |
Das FIA-TC’65-Rennen bot in Anderstorp viel Spannung durch eine mit vier Mini Cooper S besetzten 1,3-Liter-Klasse. Niklas Johansson (S) gewann vor seinen Landsleuten Hans Söderholm und Pähr Svensson sowie Ulf von Hauswoolf.
Wolfgang Schachinger (A) BMW 3,5 CSL | |
Nigel Vaulkhard (GB) Ford Escort TC | |
Jonas Nylen (S) Opel Commodore B |
In der FIA-GTC-TC’76 war das Maß der Dinge ein Mal mehr Patrick Gerling mit der pfeilschnellen Chevrolet Corvette C3. Der Schweizer erzielte sowohl die schnellste Rennrunde als auch mit fast 40 Sekunden Vorsprung den souveränen Gesamtsieg. Dahinter folgte mit dem Titelverteidiger Wolfgang Schachinger (A) im BMW 3,5 CSL, Nigel Vaulkhard (GB) im Ford Escort TC und Dr. Helmut Stein (D) im Ex-Obermoser-Ford Escort RS die schnellsten Tourenwagen, gefolgt vom Gaststarter Jonas Nylen (S) im Opel Commodore B.
Nylens schnellster Landsmann und Markenkollege Jürg Bächi erzielte im Opel Commodore A zwar die zweitschnellste Rennrunde kam aber ebenso wie Tibor Molnar (D) im zweiten Ford Escort RS nicht ins Ziel. Peter Richrath (D) verteidigte die Ehre der sonst zahlreicher vertretenen Porsche Carrera RSR. Er landete als Gesamtsechster auf dem zweiten Platz in der Klasse vor den Schweden Gunnar Turebrand im Mini Marcos und Axel Ekman im Volvo PV 544 mit Zweilitermotor.
Nächste Läufe der FIA-GTC’65, FIA-TC’65 und FIA-GTC-TC’76:
Spa-Francorchamps (B) 22.- 25. September 2005





























