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Rennbericht 2003 / 06 Nürburgring


6. Lauf FIA-GTC’65: 32. AvD-Oldtimer-Grand-Prix Nürburgring

 

 

 

Mit dem Doppelsieg von Bill Shepherd (GB) in seiner AC Shelby Cobra Mk II (1963, Ex-Chequered Flag / Tommy Atkins) endeten die beiden Läufe zur FIA-GTC’65 beim 32. AvD Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring. Auf dem 4,5 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs, der ohne Mercedes-Arena gefahren wurde, dominierte Shepherd bereits das einstündige Zeittraining und war in seiner besten Runde 4,1 Sekunden schneller als Peter Kroeber (D) im Lotus Elan S1 (1964). Der Deutsche, der ganz in der Nähe des Nürburgrings zu Hause ist, war damit Trainingsbester der Meisterschaftsfahrer und verwies den Führenden und Titelverteidiger Bo Warmenius (S) im Lotus Elan S2 (1965) auf den zweiten Platz in der Klasse.

 

 

 

Jamie Boot (GB), der mit dem TVR Griffith (1965) im Qualifying den dritten Platz belegte, profitierte im ersten Rennen vom Peter Kroebers Ausfall in der neunten Runde und kam auf den zweiten Platz. Mit Uli Berberich-Martini (D) im Chevrolet Corvette Sting Ray Coupé (1965) gelang einem zweiten Gastfahrer der Sprung aufs Siegerpodest. Ein packendes Duell lieferten sich Bo Warmenius und Guy Francois (B), ebenfalls Lotus Elan S1 (1963), um den vierten Platz und damit den Spitzenrang in der Klasse bis 1600 ccm Hubraum. Mit 0,7 Sekunden Vorsprung hechtete der Schwede über die Ziellinie. Hinter Warmenius und Francois kam Jürg Schwendimann (CH) mit seinem Lotus Elan als Dritter der Klasse ins Ziel, gefolgt von seinem Landsmann Christian Traber (CH) im schnellsten Jaguar E-Type (1962).

 

 

 

Auf dem achten Gesamtplatz feierte Richard Styles (GB) im Marcos 1800GT (1964) den Klassensieg in der Klasse bis 2500 ccm Hubraum, während Dr. Armin Zumtobel (A) seinen Porsche 911 (1965) mit einem Schaden an der hinteren Radaufhängung abstellen musste. Den Sprung unter die Top Ten des insgesamt 59 Fahrzeuge starken Feldes schafften Laurence Bailey (GB) im TVR Griffith (1965) und Bernard Peruch (F) im AC Cobra (1964).

 

 

 

Doch nicht nur zahlenmäßig präsentiert sich die FIA-GTC’65 mit einem Klassefeld. Es starteten einige GT-Fahrzeuge, die nur noch sehr selten in einem Rennen zu erleben sind, wie etwa das AC Cobra Daytona Coupé (1964 / Ex-Gurney und Phil Hill), welches vom Amerikaner Bill Murray gefahren wurde. Murray belegte im ersten Rennen den elften Gesamtrang. Pech dagegen für Wolfgang Molitor im Abarth Simca 2000GT Corsa (1965), der fünf Runden vor Schluss ausschied. Ebenfalls zu den Exoten zählt der ISO Rivolta 300 (1965) von Jan Christoph Waldrich (D) und der Aston Martin DB4 GT (1960) von Urs Müller (CH) oder die Alpine A106-Renault von Franz-Josef Pilz (D), die den beiden Meisterschaftsfahrern Ad Vermeulen (NL) im A108 und Theo van Bree (NL) im A110 Gesellschaft leisteten.

 

 

 

Das schnellste Team in der Periode E für Fahrzeuge bis 1961 waren Christian Graf zu Wedel / Franz Graf zu Ortenburg (D) im Austin-Healey 3000 Mk II (1961) aus dem Gotcha Racing Team, vor Timo Clauss im Mercedes-Benz 300 SL Roadster (1957) aus dem Team von Hans Kleissl und Wulf Goetze in einem Big Healey (1960). Viertschnellster in der Kategorie wurde Udo Voßheinrich in seinem Lotus Elite S2 (1962/61), der erneut seine Klasse gewinnen konnte. Der Entertainer des zweiten Laufs zur FIA-GTC‘65 startete am Ende des Feldes: Hans-Jürgen Malsbenden (D) hatte mit dem Chevrolet Corvette Sting Ray Roadster (1963) im ersten Lauf viel Pech, als ihm gleich in der ersten Runde ein Defekt ereilte. Im Fahrerlager wurde ein Schaden an der Nockenwelle des Chevy V8 diagnostiziert. Die Mechaniker des Total Performance-Teams machten sich im nahen Koblenz gleich an die Arbeit, um den Motor zu reparieren. In einer Nachtschicht gelang es ihnen, das 5,4 Liter - Aggregat wieder rennfertig zu machen.

 

 

 

Im Rennen über 30 Minuten schnitt die stahlblaue Corvette durchs immer noch 50 Fahrzeuge starke Feld wie ein warmes Messer durch die Butter und markierte in der dritten Runde die schnellste Rundenzeit eines Corvetten-Kapitäns. Malsbenden war schon weit in die Top Ten gefahren als er sich in der Bit-Kurve drehte und fast das ganze Feld passieren lassen musste, ehe er das Rennen wieder aufnehmen konnte.

 

 

 

Vorne brannte derweil Bill Shepherd (GB) sein Feuerwerk ab, gefolgt von Jamie Boot (GB) und Uli Berberich-Martini (D). Bo Warmenius (S) festigte mit dem vierten Gesamtplatz vor Peter Dunn (GB) als schnellstem Marcos-Fahrer seinen Spitzenplatz in der Klasse vor Guy Francois (B) und Hendrik Lindberg (DK). Wolfgang Schachinger (A) im Chevrolet Corvette Sting Ray Coupé (1963), Jürg Schwendimann (CH) und Bernard Peruch (F) vervollständigten die Top Ten. Dahinter folgten mit René Weidig (L) und Hans Jürgen Malsbenden (D) zwei weitere schnelle Corvette-Piloten. Malsbenden schaffte es mit zwei Aufholjagden innerhalb von 30 Minuten immerhin noch auf den zwölften Gesamtplatz, verlor aber in der Zwischenwertung der FIA-GTC’65, die der Deutsche bis zur Saisonhalbzeit angeführt hatte, weiter an Boden, da Titelverteidiger Bo Warmenius sich beim 32. AvD-Oldtimer-Grand-Prix die Maximalpunktzahl sicherte.

 

 

 

Bestes Team in der Periode E war erneut der Gotcha-Healey mit Graf von Wedel und Graf zu Ortenburg vor Timo Clauss und Wulf Goetze. Udo Voßheinrich sicherte sich zum zweiten Mal den Klassensieg vor Walter Antonacci (I) im Alfa Romeo Giulietta TI Spider (1957).

 

 


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