Rennbericht 2005/ 04 Zolder
FIA-GTC ’65: Leo Voyazides unbezwingbar
Leo Voyazides (GB) Ford GT 40 P | |
Sean Walker (GB) Gold Bug-Lotus Elan. |
Als im Jahr 1965 auf der neuen Rennstrecke von Zolder die ersten Rennen veranstaltet wurden, setzte die Scuderia Filipinetti beim 24 Stunden-Rennen von Le Mans einen Ford GT40P mit den Fahrern Herbert Müller und Ronnie Bucknum. Der von Shelby American vorbereitete Mittelmotor-Wagen war eines von insgesamt drei Exemplaren, die alle nicht das Ziel erreichten.
Genau 40 Jahre später sorgte Leo Voyazides (GB) beim dritten Lauf der FIA-GTC’65 für eine kleine Wiedergutmachung. Er gewann in Zolder mit dem Ford GT 40 P beide Rennen. „Ich habe das Müller/Bucknum-Auto im letzten Jahr in den USA erworben und noch gar nicht so viele Rennen damit bestritten“, erzählt Voyazides.
Schon im Training sorgte der Ford GT40-Fahrer für klare Verhältnisse und war in seiner besten Runde über eine Sekunde schnelle als Sean Walker (GB) im Gold Bug-Lotus Elan. Walker startete in einem Elan, der den Fahrzeugen seines Vaters von 1964 und 1965 entspricht. „Wir haben die Autos damals gemeinsam mit Colin Chapman entwickelt“, berichtete Ian Walker, der seinen Sohn gemeinsam mit seiner Frau in Zolder begleitete. Zu den Fahrern der Gold Bugs gehörten die Lotus-Werksfahrer Jim Clark, John Whitmore und Peter Arundell. „Ich starte im gleichen Auto unter dem gleichen Bewerber wie vor 40 Jahren“, betonte Sean Walker. „Das ist einzigartig“. Seine Mutter fügt an: „Und er hat den gleichen Sponsor wie vor 40 Jahren“.
Walker startete neben Voyazides aus der ersten Startreihe und belegte im ersten Rennen den dritten Platz. Bei der technischen Nachuntersuchung wurde allerdings festgestellt, dass die Bremsbeläge an Walkers Elan gegenüber den Angaben im Homologationsblatt zu groß waren. Bei zwei weiteren Elan wurde das Gleiche festgestellt. Sie wurden aus der Wertung genommen. Allerdings behielt Walker seinen dritten Startplatz.
Ins zweite Rennen startete er mit der entsprechenden Portion Wut im Bauch. Allerdings fuhr er im Niemandsland zwischen dem weit enteilten Führungsduo und den Verfolgern. „Mein Rennen war langweilig, denn ich hatte keinen Spielkameraden“, resümierte Walker. „Aber der dritte Platz war für mich eine Genugtuung für dieses ganze Theater mit den Bremsen. Was ist das Resultat: ich war gegenüber dem Rennen gestern pro Runde zwei Zehntel Sekunden langsamer. Aber das kann auch an den Bedingungen heute gelegen haben“.
Michael Menden | |
Peter Dunn (GB) Marcos 1800 GT |
Der einzige FIA-GTC’65-Fahrer, der das Tempo von Spitzenreiter Leo Voyazides mitgehen konnte, war Hans-Jürgen Malsbenden (D) in seiner Chevrolet Corvette Sting Ray. Die von Total Performance betreute offene Corvette war damit der schnellste GT, da der Ford GT 40 in der Kategorie der GT-Prototypen zuhause ist. Malsbenden, der sich aus der dritten Startreihe auf den zweite Position nach vorne fuhr, versuchte Voyazides in Bedrängnis zu bringen. „Er hat immer wieder in den Rückspiegel geschaut“, stellte Malsbenden fest. „Aber ab der Halbzeit wurde es immer schwieriger. Ich bin gefahren wie auf Glatteis“. 5,5 Sekunden fehlten dem Deutschen im Ziel zum Führenden. Dahinter kam Michael Menden nach dem Ausschluss von Walker auf den dritten Platz vor dem FIA-GTC’65-Titelverteidger Bo Warmenius im schnellsten Lotus Elan.
In der Klasse bis 2,5 Liter Hubraum führte wieder kein Weg über die Marcos-Leichtgewichte. Peter Dunn (GB) gewann vor Allen Tice (GB). Als Tice im zweiten Rennen wegen zu hoher Kühlwassertemperatur ausschied, konnte Dr. Armin Zumtobel im Porsche 911 den zweiten Platz sichern.
Michel Reitz (F) Austin-Healey 3000 |
In der Kategorie der Fahrzeuge bis 1961 zeigte Michel Reitz (F) im Austin-Healey 3000 als 16. im Gesamtklassement eine starke Leistung und gewann vor Rinus Sinke (NL) ebenfalls in einem Big Healey. Die Entscheidung bei den Fahrzeugen bis 1,3 Liter Hubraum war schnell entschieden als Walter Antonacci (B) mit seiner Alfa Romeo Giulietta Spider mit Reifendefekt die Box ansteuerte. Reimer Stöhrmann (D) zog im Lotus Elite S 2 fortan einsam seine Runden.
Walter Antonacci (B) Alfa Romeo Giulietta Spider | |
James Willis (GB) MG Midget Coupé |
Im zweiten Rennen drehte Antonacci den Spieß um und gewann die Klasse. Er musste sich allerdings um 1,2 Sekunden James Willis (GB) im MG Midget Coupé geschlagen geben, der in der GTP-Kategorie startet.
Auch an der Spitze entwickelte sich das Rennen zu einer der spannendsten Entscheidungen des Wochenendes. Hans-Jürgen Malsbenden gewann das Startduell gegen Leo Voyazides, der keinen optimalen Start erwischte. Doch Malsbenden konnte sich nicht absetzen und musste den Ford GT 40 passieren lassen.
Ludovic Caron (F) AC Cobra Daytona Coupé | |
Jamie Boot (GB) im TVR Griffith | |
Jörg Krag (DK) Shelby GT-350 |
Um den vierten Platz kämpfte ein ganzer Pulk. Letztlich sicherte sich Ludovic Caron (F) im AC Cobra Daytona Coupé die Position. Er war vom vierzehnten Gesamtplatz gestartet. In seinem Windschatten sicherte sich Bernard Peruch (F) im offenen AC Cobra den fünften Platz und verwies Michael Menden auf den sechsten Platz. Vom Ende des Feldes schaffte Andre Bailly noch den Sprung auf den achten Rang. Er war im ersten Rennen mit seinem AC Cobra ebenso ausgefallen wie Jamie Boot (GB) im TVR Griffith, der noch Neunter hinter Hans Jörg Krag (DK) im Shelby GT-350 wurde. Den zehnten Platz sicherte sich Peter Dunn im Marcos 1800 GT
Der Spitzenplatz bei den Fahrzeugen bis 1961 ging an Rinus Sinke. Der Sieger des ersten Rennens, Michel Reitz, rutschte mit seinem Austin-Healey 3000 ausgangs der Lucien Bianchi Bocht in den Reifenstapel. Die Rennleitung schickte das Safetycar auf die Strecke, welches das Feld auch über die Ziellinie führte.































