Rennbericht 2005/ 06 Spa-Francorchamps
FIA-GTC ’65: Das Rennen vor dem Rennen
Leo Voyazides, Ford GT 40 | |
Stefano Rosina, Elva GT160-Buick | |
Sean Walker, Gold Bug-Lotus Elan |
Schon im Training wäre das Wochenende in Spa-Francorchamps für den Spitzenreiter Hans-Jürgen Malsbenden beinahe vorbei gewesen. In Eau Rouge musste er mit seiner Chevrolet Corvette Sting Ray dem Marcos 1800 GT von Phillip Nelson ausweichen und landete mit großer Wucht in den Reifenstapeln. Dann begann für das Team von Total Performance um Torsten Schwarz und Christoph Atzenroth ein Kampf gegen die Zeit. Die Front der stahlblauen Corvette war stark beschädigt. „Einige hatten mich schon abgeschrieben“, sagt Malsbenden. Doch im Geist eines Rallyeteams, das erst dann aufgibt, wenn wirklich nichts mehr geht, richtete das Total-Performance-Team Malsbendens Corvette zumindest soweit wieder her, dass das Rennen aufgenommen werden konnte. In einer 13-Stunden-Marathon-Schicht von Freitag Abend auf Samstag, einem Rennen vor dem Rennen, wurden die gröbsten Schäden beseitigt. Kurz vor dem Start um 11 Uhr rollte die gut „getapete“ Corvette auf die Startposition.
Doch auf der Pole Position des 40 Fahrzeuge starken Feldes stand Leo Voyazides (GB) im Ford GT 40, dem ehemaligen Scuderia Filipinetti-Wagen von 1965, mit dem Herbert Müller und Ronnie Bucknum das 24-Stunden-Rennen von Le Mans bestritten. Daneben bezog Stefano Rosina im Elva GT160-Buick Position. Dahinter rollte das Auto auf seine Position, das schon seit Misano für viel Gesprächsstoff sorgt: der Gold Bug-Lotus Elan von Sean Walker. Sein Vater Ian baute vor jetzt mehr als 40 Jahren die Renn-Elan, mit denen Fahrer wie Jim Clark, John Whitmore oder Mike Spence Erfolge feierten.
Der goldene GT mit dem grünen Mittelstreifen ist mit allen Zutaten des Renn-Elan aus der Periode versehen. In Spa gab es gegen den geschichtsträchtigen GT nach dem ersten Rennen einen Protest wegen des Durchmessers der Bremskolben, dem stattgegeben wurde. „Wenn der Einsatz eines Fahrzeugs in der Originalspezifikation nicht möglich ist, dann kann mit dem historischen Motorsport etwas nicht stimmen“, kritisierte Walker und legte Einspruch ein. Im Ergebnis unter Vorbehalt bleibt Walker Klassensieger vor Bo Warmenius (S) im Lotus Elan.
Den Gesamtsieg sicherte sich Leo Voyazides (GB) im Ford GT 40 P vor Stefano Rosina (I) im Elva GT160-Buick. Voyazides musste zahlreiche Angriffe von Rosina abwehren, um den Start-Ziel-Sieg zu sichern. „Auf einigen Streckenabschnitten ist der GT 40 einfach schneller als der Elva“, sagte Voyazides, der im vorletzten Umlauf die schnellste Rundenzeit markierte.
Als bester GTS-Fahrer kreuzte Hans-Jürgen Malsbenden im Chevrolet Corvette Sting Ray die Ziellinie vor Jamie Boot (GB) im TVR Griffith. Wolfgang Schachinger (A) kam auf den dritten Platz in der Klasse. Hinter ihm spielte sich die packende Entscheidung in der Klasse bis 2500 ccm ab. Charles Allison kreuzte Zehntelsekunden vor Allen Tice die Ziellinie, beide in einem Marcos 1800 GT. Gegen die leichten Briten-GT mit Volvo-Kraftwerk hatte Dr. Armin Zumtobel (A) im Porsche 911 keine Chance und kam hinter Richard Styles (GB), ebenfalls auf Marcos 1800 GT, auf den vierten Platz.
Spannend war es auch in den kleinen Klasse der Fahrzeuge bis 1961. Walter Antonacci (I) sicherte sich im Alfa Romeo Giulietta Spider den Klassensieg vor dem Meisterschaftsfavoriten Reimer Stöhrmann (D) im Lotus Elite S2. Schnellster Fahrer mit einem Periode E-GT war Ian Cox (GB) im Austin Healey 3000.
Im zweiten Rennen wiederholte Voyazides seinen Start-Ziel-Erfolg. Da Rosina seinen Elva mit Defekt abmeldete, erbte Hans-Jürgen Malsbenden den zweiten Platz. Dahinter fighteten Ludovic Caron (F) im AC Cobra Daytona und Bo Warmenius (S) im Lotus Elan um den letzten Platz auf dem Podium. Mit einer Attacke in der letzten Runde enterte Warmenius den dritten Platz und sicherte sich den Klassensieg.
























