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Rennbericht 2003 / 06 Spa-Francorchamps


Spa – Francorchamps , 12. – 14. September 2003

 

Dass FiA-GTC und FiA-TC in diesem Jahr einen zweiten Wertungslauf in Belgien haben sollten, störte niemanden – schließlich war es „Spa“, was da auf dem Kalender stand. Die Veranstaltung ist mittlerweile auch fast so bekannt wie die Rennstrecke selbst: es handelte sich um die „SIX HOURS“! Da dieses 6-h-Rennen jetzt abends ausgetragen wird, gab es genügend Platz für weitere Rennen und Rennserien.

 

Bekanntermaßen lässt das Streckenabnahmeprotokoll in Francorchamps jede Menge Autos zu, also trainierten FiA-GTC und FiA-TC gemeinsam. Am Ende waren es 44 GT und 31 Tourenwagen! Trotz der Streckenlänge und ihrer relativen Breite ließ sich die eine oder andere „Kontaktaufnahme“ nicht immer vermeiden. Angesichts der Tatsache, dass ein Training den Sinn hat, einen möglichst guten Startplatz zu erlangen, lassen sich die Rempeleien größtenteils entschuldigen – schließlich fand keine absichtlich statt. Und im zweiten Training wurde sowieso weniger hitzköpfig agiert!

 

Nach dem zweiten Training befanden sich drei FORD an der Spitze der Tourenwagen: 1. C. Sanders mit dem Lotus Cortina, 2. Hammond/Young auf Mustang und 3. Lloyd/Wainwright ebenfalls auf einem Mustang. Alle drei Besatzungen stammen nebenbei aus dem Mutterland des Motorsports. Etwas anders stellte sich die Spitze der GT dar. Dort wurde nicht ganz unerwartet A. Lloyd mit seinem GT 40 Trainingssieger. Ihm folgte das erste und leider noch einzige G-Auto, der Porsche 914/6 von O. Mathai.

 

M. Menden`s Corvette wurde dritte. Selbstverständlich blieben die Rundenzeiten dieser Herren unter drei Minuten. Das schafften sogar noch sechs weitere Fahrer und stellten damit ihre Klasse unter Beweis!

 

Da der Zeitplan nur ein Training am Freitag und Samstag vorsah, blieb vielen die Zeit, unserem FiA-Zelt ausgedehnte Besuche abzustatten. Das enorm gute und für einen Ardennen-September ungewöhnlich warme Wetter trug sicher auch zur außergewöhnlich guten Stimmung der Teilnehmer bei. Das Zelt war jedenfalls immer voll und ab und zu war es wirklich schwierig, einen leeren Sessel zu ergattern. Wenn doch nur der Lärm von der Strecke nicht wäre! Wieso machen die anderen (!) eigentlich immer so einen Krach?

 

Wir (!) sind doch auch nicht so laut,....oder? Jedenfalls war die Mischung aus Single Seaters und Supersports life und Formel 1-Training im TV schon der ultimative Hörtest.

 

Aber schließlich trifft man sich ja auch nicht zum angeln!

 

Angeln gehen musste allerdings der Fahrer eines bekannt schnellen GT’s. Nach dem zweiten Training schauten sich die technischen Kommissare einige Fahrzeuge etwas genauer an und kamen in besagtem o.g. Einzelfall zu dem Schluss, dem Fahrzeugeigner die Bedeutung dreier roter Punkte und die aktuellen Mängel seines Renngeräts näher erklären zu müssen. Die anderen waren mangelfrei und über jeden Zweifel erhaben. Erfreulich ist, dass der permanente technische Kommissar sowohl bei FiA-GTC wie auch bei FiA-TC seinen Job in aller Ruhe aber auch mit der gebotenen Strenge tun kann ohne sich irgendwelchen Anfeindungen der Teilnehmer auszusetzen. Das sollte zwar normal sein, ist es aber noch lange nicht überall.

 

44 Fahrer hatten das GT-Training beendet, 39 gingen allerdings nur ins Rennen. Einige technische Gebrechen waren gar nicht zu heilen, andere nur durch nächtlichen Schraubeinsatz (z.B. Start-Nr. 603). Der frühe Morgen, 8.45h, trug seinen Teil dazu bei, uns alle reichlich unausgeschlafen erscheinen zu lassen. Da halfen auch die besten Motivationsübungen nicht viel. Unseren Motoren gefiel die Tageszeit schon viel besser: angenehme Kühle und viel Sauerstoff = viel Leistung! Das Rennen war dann auch durch relativ wenige Ausfälle gezeichnet, gerade mal vier waren es. Eigentlich fünf, aber über das Schicksal des armen Marcos (708) darf man schweigen – schließlich wurde er noch gewertet. Der Sieger? Nun, in Francorchamps braucht es Streckenkenntnis und Motorleistung. Von beidem genug haben A. Lloyd und sein GT 40. Von beidem nicht viel weniger hatten T. Bailly und seine Cobra und fanden sich 21 Sekunden hinter dem GT 40 im Ziel ein. Dritter unser einziges schon zitiertes G-Auto, der 914/6 von O. Mathai. Nur diesen Dreien gelang es, 11 Runden in weniger als 33 Minuten zurückzulegen. Die nächsten acht brauchten dafür schon mehr als 33 Minuten. Für das Studium des Rennergebnisses hatte man mehr als genug Zeit. Das Rennen Nr. 2 sollte erst das letzte am Sonntag Abend sein.

 

Solche Zeitpläne haben natürlich auch ihre Vorteile. So konnte man endlich mal unseren Tourenwagenfreunden zuschauen. Zu deren Start am Nachmittag war es auch schon nicht mehr ganz so heiß. Dachten wir jedenfalls. Welche Hitze nämlich in den Autos oder unter den Helmen schwelte, konnte man dann relativ einfach erahnen, nachdem die 28 Limousinenchauffeure aus ihrer ersten Rennrunde zurückkamen. Besonders beeindruckend ist das, wenn man sich BUS-STOP als Beobachtungspunkt ausgesucht hat!

 

Nein, ich nenne keine Namen und auch keine Startnummern! Aber ich fand es höchst bedauerlich, dass nicht alle Zuschauer an BUS-STOP versammelt waren. Meine Herren – die Show war perfekt! Ob ich als relativ harmloser GT-Pilot den Nerv hätte, in Eurer Mitte Rennen zu fahren, weiß ich im Moment nicht endgültig zu beantworten. Ihr gebt dem Wort „eng“ die richtige Bedeutung- allerdings auch dem Begriff „zu eng“! Womit eigentlich auch schon fast alles gesagt ist. Dem Meisterschaftsanwärter ist das „zu eng“ zum Verhängnis geworden, andere haben sich weniger bedeutungsvolle Beulen eingehandelt. Trotz allem galt: hart aber fair...und unendlich spannend für die Zuschauer!

 

Einziger bitterer Nachgeschmack am Ende: ein Protest. Wogegen? Gegen einen Motor eines Autos aus einer anderen Klasse als aus der des Protestführers. Konkret: der Motor des Mini-Duos C. Boissy/A. Miran sollte nicht dem Reglement entsprechen. Die beiden äußerst schnellen Franzosen waren mit ihrem Mini Cooper S auf dem fünften Gesamtrang gelandet. Da bieten sich Zweifel automatisch an. Zumal sie schon während der gesamten Saison geradezu überirdisch schnell waren und einen Klassensieg nach dem anderen einsammelten. Aber – die technischen Kommissare fanden nichts! Bohrung und Hub (bore and stroke) des Motors in bester Ordnung und absolut reglementkonform! Protest abgewiesen. Allerdings sollte niemand jemand anderem böse sein – ein Protest ist ein im Sportgesetz vorgesehenes Mittel, völlig legal und keinesfalls persönlich zu nehmen. In diesem Fall ganz im Gegenteil, denn jeder weiß nun sicher, dass die beiden Franzosen mit völlig legaler Technik so schnell sind! Kompliment!

 

Kommen wir damit zum von allen lang erwarteten Ergebnis der FiA-TC: der Ford Mustang der Briten A. Hammond und J. Young als Sieger knapp eineinhalb Sekunden vor C. Sanders auf seiner Cortina. Dritter der Solist D. Anton aus Österreich auf seinem Alfa Romeo GTA. Wie immer: die Ergebnisse im Einzelnen entnehmen Sie bitte den entsprechenden Listen.

 

Nach dem Tourenwagenrennen hatten die GT-Piloten gerade noch Zeit sich umzuziehen, den langen Tag und die vielen Eindrücke abzuschütteln und sich auf ihr zweites Rennen zu konzentrieren. Startaufstellung wie immer nach dem Ergebnis vom ersten Rennlauf. Da fehlten dann aber doch einige. Von den 35 im ersten Lauf angekommenen, gingen nur noch 31 in den zweiten Lauf. Um es gleich vorweg zu nehmen: bis auf einen kamen alle ins Ziel. Das Rennen war deutlich langsamer als das vom Morgen. Deutlich höhere Außentemperatur und eine schon reichlich „benutzte“ Strecke verschlechterten die Rundenzeiten erheblich. Nur noch zwei Fahrer blieben unter drei Minuten. Natürlich der Gesamtsieger, nun O. Mathai mit dem 914/6 und der Zweite, T. Bailly auf der Cobra. Gesamtdritter der Lotus Elan von B. Warmenius mit der bemerkenswerten schnellsten Runde von 3:00.095. Die 95 Hundertstel hätte er sich auch schenken können! Auch hier möchten wir Sie bitten, die weiteren Ergebnisse den Listen zu entnehmen.

 

Bei der Siegerehrung kurz vor Einbruch der Dunkelheit konnte noch bekanntgegeben werden, dass zukünftig den drei Gesamtsiegern der Kategorie „E“ gesonderte Pokale überreicht werden können. Gesponsored werden diese Trophäen von O. Heschl- Gillespie, seines Zeichens Fahrer der Nr. 400 und auch nicht gerade erfolglos unterwegs! Weitere erfreuliche Momente gab es im Rahmen dieser zweiten Siegerehrung, in dem einige Teilnehmer sich zu spontanen Danksagungen in Ronny's Richtung aufmachten. Speziell von der anderen Seite des Kanals, von wo vor Saisonbeginn nicht nur freundliche Kommentare zur Serienorganisation gelangten, hörte man nun öffentliches Lob. Vielen Dank zurück! Britische Sportsleute sind eben immer fair!

 

Es bleibt zu hoffen, dass der Saisonabschluss in Estoril die gleiche Klasse haben wird, wie die ganze vergangene Saison. Zweifel daran habe ich sicher nicht, allerdings ein wenig Trauer, da für den Autor die Saison 2003 leider in Spa beendet war. Wenn Ihr alle Rennen fahrt, muss ich leider arbeiten! Viel Spaß in Estoril, wir sehen uns bei der Siegerehrung 2003 am 22. November im Dorint am Nürburgring.

 

 

VEIT AVEMARG (Nr. 600)


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